Berlin
La Paz
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Abschlussbericht Teil II – Meine Zeit in La Paz und die anschließende Reisezeit

Geschrieben von Alisa Fiech. Veröffentlicht in Bolivienreise 2016

So, hier kommt nun aber wirklich mein -vorerst-  letzter Bericht :-D. Nachdem ich innerhalb von weniger als einer Stunde mit dem Flieger in La Paz ankam, wurde ich dort total herzlich von allen aufgenommen: zunächst am Flughafen von Norah und ihrer Tochter Wara und anschließend mit Willkommensschild und leckerem Mittagessen im Projekt Senda Nueva. Es gab Hackfleisch mit Reis, Kartoffeln und chuño, quasi solchen Klumpen aus Kartoffelstärke, die dann am Ende irgendwie doch nicht gerade zu meinen bolivianischen Lieblingsspeisen gehörten :-D. In Senda Nueva lernte ich dann auch direkt einen weiteren Brauch/ eine Tradition kennen: Es ist dort so üblich, dass jeder, der mit dem Essen fertig ist und aufstehen möchte, sich bei jedem einzelnen, der mit am Tisch sitzt, namentlich für das gemeinsame Essen bedankt. Wer dann von jemandem, der mit am Tisch sitzt, den Namen nicht kennt, muss für alle das Geschirr mit abräumen und abwaschen. Ich denke, auf diese Weise soll spielerisch erreicht werden, dass alle sich im Projekt namentlich kennen, was natürlich gut für den Zusammenhalt ist, auch wenn sich manche Jugendlichen dort oft gerade erst flüchtig kennen. Eigentlich ein schöner Brauch – auch die Idee, sich generell für die gemeinsame Mahlzeit bei einander zu bedanken, gefällt mir :-)!

Für mich war diese Tradition natürlich anfangs etwas schwierig, da es gar nicht so einfach ist, auf die Schnelle so viele neue Namen zu lernen – vor allem da nicht immer alle Jugendlichen jeden Tag da sind und man manche mit Glück gerade einmal die Woche sieht (sonst bin ich ja eigentlich eine recht gute „Namenlernerin“ :-)). Also verriet mir Norah einen Trick: Ich blieb einfach immer nach dem Essen noch ganz lange am Tisch sitzen, bis nur noch zwei bis drei Leute dort saßen, deren Namen ich kannte :-D!

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Abschlussbericht Teil I: Die letzten Tage in Cochabamba – über meinen Spaghetti-Bolognese-Versuch und die wunderschöne Abschlussfeier

Geschrieben von Alisa Fiech. Veröffentlicht in Bolivienreise 2016

Hallo ihr Lieben,

nach einer gefühlten Ewigkeit melde ich mich nun ENDLICH mal wieder – und das leider auch vorerst zum letzten Mal. Ich bin jetzt seit knapp 3 Wochen wieder zurück in Hildesheim und wollte meinen Abschlussbericht für euch schon längst geschrieben haben, aber letztendlich war dann doch jeden Tag nach meiner Ankunft wieder so viel los und zu tun (Kurzurlaub an Ostsee, Nebenjobsuche, Vorbereitungen für die Bachelorarbeit, etc.), dass ich einfach nicht dazu gekommen bin :-(. Heute bin ich dann extra gleich um 7 Uhr aufgestanden (frühes Aufstehen bin ich ja jetzt eigentlich auch aus dem Hogar San Francisco gewöhnt :-D!) und GANZ OBEN auf meiner To-Do-Liste stand dann jetzt endlich der Abschlussbericht UND! nicht zu vergessen, die Fotos, die ich schon seit langem versprochen habe, hochzuladen. Jetzt geht’s also endlich los!

Gerade habe ich erstmal meinen letzten Bericht gelesen, um herauszufinden, was euer letzter Stand ist. Ich hatte euch ja gesagt, dass ich vorhabe, Spaghetti Bolognese für die Mädels zu kochen … Ja, das habe ich tatsächlich auch getan, leider allerdings mit mäßigem Erfolg :-D! Die Geschichte muss ich euch jetzt doch erstmal kurz „erzählen“, bevor ich dann zu meinen zusammenfassenden Abschiedsworten komme:

Ich war zunächst einmal mit Hermana Mici einkaufen, um alles zu besorgen – Wahnsinn, wie viel das dann am Ende doch ist! Aber eigentlich auch kein Wunder bei so vielen Personen. Meine Eltern waren zum Glück so nett und übernahmen die Kosten für die Spaghettis und den Parmesankäse (der dort SUPER teuer ist!), sodass ich die Einkaufskosten – die dann doch erstaunlich hoch geworden waren – nicht alleine tragen musste. Von „musste“ kann aber auch eh nicht die Rede sein, ich WOLLTE ja die Kosten für das Essen übernehmen und die Mädchen und Schwestern auch einladen, wenn ich koche. An dieser Stelle aber trotzdem auf jeden Fall auch vielen Dank an meine Eltern für die „kleine“ Spende! :-)

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Endlich wieder Neuigkeiten aus dem schönen Cochabamba

Geschrieben von Alisa Fiech. Veröffentlicht in Bolivienreise 2016

Hi! :-)

Nachdem es mir wie eine halbe Ewigkeit vorkommt, dass ich den letzten Bericht für euch geschrieben habe, komme ich nun endlich wieder dazu. Ich lag leider von Dienstag bis Samstag total flach. Ich habe mir Amöben im Darm eingefangen und mir gings ziemlich schlecht. Mittlerweile nehme ich einiges an Medikamenten, war bei der Ärztin und muss Mittwoch zur Kontrolle und zum Blutabhnehmen wieder hin, aber mir gehts seit gestern endlich viel besser und ich bin wieder recht fit. Leider muss ich bis Mittwoch noch Sopa Blanca (mittags und abends) essen, da mein Magen wohl noch nichts anderes verträgt. Die Suppe schmeckt an sich total lecker (Suppe mit Hühnchen, Reis, Kartoffeln und etwas Gemüse), aber da ich sie schon gestern und vorgestern jeweils 2 mal gegessen habe, kann ich sie langsam nicht mehr sehen. Ich hoffe, ich stehe das irgendwie bis Mittwoch durch :-D !

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Corpus Cristi, El Dia de la Madre oder: Wie ich zur Mutter und Nonne wurde

Geschrieben von Alisa Fiech. Veröffentlicht in Bolivienreise 2016

Buenas tardes ihr Lieben:

Heute werde ich euch ein bisschen von dem Feiertag Fronleichnam (Corpus Cristi), Muttertag (El Dia de la Madre), unserem Wochenende und ein paar weiteren Erlebnissen berichten :-).

Zunächst erstmal zu Fronleichnam: Am Donnerstag war ja Fronleichnam und wie ich in meinem letzten Bericht schon angekündigt hatte, hatten die Mädchen zu diesem Anlass schulfrei. Schließlich machten wir uns am Donnerstagmorgen um 9:30 Uhr auf zur Messe. Es ging aber nicht in die Kirche, in die wir sonst gehen, sondern in eine andere, die etwa 20 Gehminuten weit weg liegt und etwas größer ist - dort versammelten sich mehrere kleine Gemeinden zum gemeinsamen Gottesdienst. Ich dachte zunächst, uns würde eine "normale" Messe mit anschließender Prozession erwarten. Als wir allerdings vor der Kirche ankamen, erwartete uns die ganze Straße voller nachgebauter christlicher Gemälde. Die einzelnen Gemeinden (ein paar der Mädchen hatten für unsere Gemeinde auch mitgeholfen) hatten mithilfe verschiedener Materialien (Reis, Salz, Zucker, Blüten, verschiedene Gewürze, bunte Sägespäne, etc.) religiöse Bilder nachgestellt und auf die Straße gelegt. Die Straße mit den Bildern sah wirklich total schön aus - leider hatte mir davon vorher niemand erzählt und somit hatte ich meine Kamera nicht dabei, um die Kunstwerke auf Fotos festzuhalten - ärgerlich :-( ! Nachdem wir alle Kunstwerke bewundert hatten, ging die Messe los. Es war eine sehr lange Messe (etwas über zwei Stunden) und viele Mädchen und auch ich hatten leider keinen Sitzplatz mehr gefunden, sodass wir den gesamten Gottesdienst lang - irgendwann leicht gequält :-D - stehen mussten. Anschließend folgte noch eine Prozession von etwa eineinhalb Stunden durch die brühend heiße Mittagshitze. Mein Rücken schmerzte noch vom langen Stehen im Gottesdienst, ich bekam langsam immer stärkere Kopfschmerzen, mein Nacken und meine Ohren schienen ordentlich zu verbrennen (obwohl ich mich morgens gründlich eingecremt hatte) und als sei das nicht genug, hingen bei der Hitze natürlich auch noch während der ganzen Prozession immer 2-3 Mädchen an mir, denen es offenbar bei der Hitze nichts ausmachte, zu kuscheln :-D. Ich war dann irgendwann auch gut am Ende mit meinen Nerven und sehr froh, als wir uns endlich auf den Heimweg machen konnten, sogar mit einem Eis für Jede - welches wir alle dankend entgegennahmen, da wir natürlich zu allem Überfluß auch langsam sehr hungrig wurden - :-D.